Die Milseburg

Die Milseburg, Perle der Rhön

 

Der südlichste Berg der Kuppenrhön ist mit 835 Metern Höhe auch deren höchster Berg. Im zweiten vorchristlichen Jahrhundert befand sich auf dem Gipfel der Milseburg eine keltische Stadt mit bis zu 1000 Einwohnern, für damalige Verhältnisse fast eine Großstadt. Dieses keltische Oppidum war von einer zwölf Meter breiten und anderthalb Kilometer langen Wallanlage umgeben, welche die Bewohner vor feindlichen Germanen und Römern beschützte und deren Reste auch heute noch zu sehen sind. Da sich das Oppidum am äußersten nördlichen Rand des keltischen Siedlungsbereiches befand, musste es sich besonders gut gegen die hier überwiegend siedelnden Germanen absichern. Von den drei Stadttoren war eines durch Fuhrwerke passierbar, um die beachtliche keltische Bevölkerung versorgen zu können.

 

Die Funde einer Scherbe aus der Zeit der Schnurkeramik (2500 – 1800 v. Chr.) sowie einer Lanzenspitze aus der Zeit der Urnenfelderkultur (1200 – 800 v. Chr.) legen nahe, dass dieser mystische Ort schon seit Urzeiten bewohnt war. Offenbar boten seine Felswände einen damals höchst wertvollen Schutz vor Feinden. In der späten Hallstattzeit ab etwa 450 v. Chr., begann die keltische Besiedlung und der Bau des mächtigen Ringwalls. Es war der berühmte Berliner Arzt und Begründer der Pathologie, Rudolf Virchow, der den Ringwall um das keltische Oppidum als solchen erkannt hat. Ab 1900 begannen Ausgrabungen durch Joseph Vonderau, welche zahlreiche keltische Gegenstände – vorwiegend aus der Latènezeit – zum Vorschein brachten. Diese Gegenstände werden heute im Vonderau Museum in Fulda ausgestellt.